Tunø gehört zu den wenigen Orten in Dänemark, an denen das Tempo des Alltags schon nach kurzer Zeit spürbar langsamer wird. Für viele Besucher beginnt der Tag mit der Fähre von Hou, während zahlreiche deutsche Gäste die Insel mit dem eigenen Segelboot erreichen und direkt im gemütlichen Hafen festmachen. Ganz gleich, wie man ankommt – Tunø empfängt seine Gäste mit Ruhe, Natur und einer Atmosphäre, die man andernorts nur noch selten findet.
Wer im Hafen ankommt, entscheidet sich oft zunächst für den klassischen Rundweg um die Insel. Dabei stellt sich jedes Jahr dieselbe Frage: Geht man heute rechts oder links herum? Und natürlich: Wo wird später zu Mittag gegessen? Die etwa sieben Kilometer lange Wanderung macht schließlich Appetit.
Der Weg führt entlang der Küste durch eine abwechslungsreiche Landschaft mit alten Gehölzen, schönen Badestränden, steilen Küstenabschnitten, Feldern und zahlreichen Aussichtspunkten. An klaren Tagen reicht der Blick bis nach Endelave, Samsø und zur jütländischen Küste. Unterwegs laden viele Plätze zu einer Pause am Wasser ein. Wer es etwas gemütlicher angehen möchte, kann im Hafen auch Fahrräder mieten und die Insel auf zwei Rädern erkunden.
Für Besucher, die einen ruhigeren Tag bevorzugen, ist Tunø By eine hervorragende Alternative. Vom Hafen aus erreicht man das Dorf nach einem kurzen Spaziergang. Fachwerkhäuser, blühende Gärten und verwinkelte Gassen verleihen dem Ort einen besonderen Charme und erinnern an ein Dänemark, das vielerorts längst verschwunden ist.
Ein Rundgang durch das Dorf führt unter anderem zur einzigartigen Kirche von Tunø. Ihr Kirchturm dient gleichzeitig als Leuchtturm – eine seltene Besonderheit, die die enge Verbindung der Insel zum Meer widerspiegelt. Nicht weit entfernt befindet sich das Inselmuseum, das spannende Einblicke in das Leben auf der kleinen Insel im Laufe der Jahrhunderte bietet. In den Sommermonaten stellen zudem verschiedene Künstler und Kunsthandwerker ihre Werke auf Tunø aus, und ein Besuch der Galerie gehört für viele Gäste fest zum Tagesprogramm.
Familien mit Kindern zieht es häufig zur Minigolfanlage oder zurück in den Hafen, wo das Krabbenfangen seit Generationen zu den beliebtesten Ferienaktivitäten gehört. Andere genießen einfach das bunte Treiben auf dem Kai und beobachten die Segelboote, die im Laufe des Tages ein- und auslaufen.
Auf Tunø gibt es keine richtige oder falsche Art, einen Urlaubstag zu verbringen. Manche erkunden die Insel auf einer ausgedehnten Küstenwanderung, andere lassen sich durch das Dorf treiben und genießen die besondere Atmosphäre, die Gelassenheit und die Geschichte des Ortes.


